Lebenskuehe - Lebenstiere  Mu(h)t zu neuen Wegen                            

              

Layla 
Sie entkam der Dunkelheit

Vor einiger Zeit habe ich (Marion) zufällig gesehen, dass ein Kalb ausgebüchst war und dabei geholfen, es wieder einzufangen.  Sie war beim Ausmisten ausgebrochen, so wie unsere Emmy. Ich habe dabei geholfen, sie wieder einzufangen. Und Ich habe geholfen, sie wieder zurück in ihren dunklen und verschlossenen Stall mit schlechter Luft und kaum Einstreu zu bringen. Obwohl wir eigentlich keine Kuh mehr aufnehmen wollten (logo, oder?), ging mir das Elend, in dem diese wunderhübsche und eigenwillige Kleine „leben“ musste nicht mehr aus dem Kopf.  Ich hielt den Kontakt mit dem Landwirt, weil auch er mir am Herzen liegt und ich auch ihm gerne helfen möchte  und half immer mal wieder beim Füttern. Je öfter ich in dem Stall war, desto mehr Einzelheiten nahm ich wahr. Also fragte ich ihn nach einiger Zeit, ob er sie mir verkaufen würde. Ja, das würde er, denn diese wäre so wild, dass er sie nicht, nie auf die Weide lassen würde, weil sie zu wild und irgendwie zu anders sei als seine anderen Milchkühe und irgendwas nicht mit ihr stimme. Also war klar, dass sie noch vor Beginn des Winters zu Kalbsbäckchen und Wiener Schnitzel  und Lab geworden worden wäre. Jetzt ging es also nur noch um den Preis, den ein Bekannter  des Bauern festlegen sollte. Es dauerte und dauerte und ich war immer wieder da. Ich versuchte die anderen 15 halbwüchsigen Rinder zu ignorieren und den Kontakt mit ihnen zu meiden, allein schon wegen der Kälberflechte, von der einige massiv befallen sind.

 
Die Kleine war total scheu und offensichtlich unglücklich. Der Landwirt erlaubte mir, die Kleine von  unserem Tierarzt untersuchen zu lassen, falls wir uns handelseinig würden.  Letzten Donnerstag erfuhr ich dann endlich den Preis. 250,00 Euro wollte er von mir. Schon am Freitag zahlte ich den Kaufpreis und war mit unserem Tierarzt da. Er stellte fest, dass ihre Lunge schon irreparabel beschädigt ist und gab ihr Entzündungshemmer, Langzeitantibiotika, Vitamin E und Selen und impfte sie gegen Rinderflechte. Ich hatte ihm zuvor schon gezeigt, wo und wie wir unseren Quarantänestall einrichten wollten und er genehmigte alles und ihren Transport hierher für Sonntag.
Am Samstag fuhr ich dann mit Ludger und dem Pferdeanhänger los nach Schotten, um noch schnell Steckfixhorden zu kaufen. Die Garage, die ihr neuer Stall werden sollte, hatten wir schon ziemlich leer geräumt, das Fenster verkleidet, alles für ihren Einzug vorbereitet und heute Morgen bauten wir ihr einen kleinen Paddock vor der Garage auf, damit sie endlich Licht und Luft bekäme, sobald wir sie hier hätten.


Und dann haben wir sie mit dem Pferdeanhänger abgeholt. Unter den allergrößten Sicherheitsvorkehrungen mit Hilfe von Stephanie Papendieck, Ilona Earthling und Ludger und Halel und zwei Steckfixhorden haben wir sie verladen und ooh Wunder…..  Es war ganz einfach. Sie war nicht mehr wirklich wild, sie hat nicht mehr gekämpft, so wie am Freitag als ich sie für die tierärztliche Behandlung   eingefangen habe. Ich glaube wirklich, sie wusste, dass es nur besser werden kann und wir gut für sie sorgen werden. Ja und nun ist heute ist diese wunderhübsche, kleine schwarze Perle bei uns eingezogen. Sie ist 7 Monate alt, aber sehr zart und sehr klein. Layla- wie wir sie inzwischen genannt haben - die aus der Dunkelheit kommt - muss drei Wochen im Quarantänestall bleiben, weil sie wegen ihrer  Rinderflechte weder mit unseren anderen  Kühen und Pferden noch mit unseren Besuchern in Kontakt kommen darf.  Außerdem kennt sie ja noch GARNICHTS. Wir müssen sie an den Elektrozaun gewöhnen und an all die vielen Reize, die ihr hier auf dem Hof begegnen werden. Sie wird jetzt das erste Mal in ihrem Leben Licht, frische Luft, gutes Futter, einen eingestreuten Stall und vor allem Bewegung und ganz viel Zuwendung bekommen. Und sie nimmt alles sooo gut an. In ihrem neuen Stall war sie erst total erstaunt und ging in engen Kontakt mit mir, sie leckte mir sogar das Gesicht ab (keine Angst Desinfektionsmittel hatten wir auch schon organisiert), blieb ganz dicht bei mir und muhte ganz sanft. Ich bin erstaunt, wie   schnell sie Vertrauen zu mir und allen hier auf dem Hof fasste. Es war sehr, sehr bewegend, wie neugierig sie alles erkundete, nachdem sie sich erst überhaupt nicht vom Fleck gerührt hatte. Sie wurde immer mutiger und dann auch ganz schön unruhig, erkundete alles und erprobte alle potentiellen Ausgänge. Deshalb entschieden wir uns, vorsichtshalber noch Elektrozaun um ihren Paddock zu ziehen, damit sie nicht auf die Idee kommt über die Horden zu springen. Sie pinkelte mehrmals und verscharrte ihren Urin wie eine Katze und dann legte sie sich nach einer ganzen Weile das erste Mal tatsächlich hin. Das erste Mal in ihrem Leben in saubere, dicke Einstreu. Eigentlich wollten wir über Nacht sicherheitshalber das Garagentor verschließen, aber wir haben es nicht übers Herz gebracht, sie wieder in der Dunkelheit einzusperren. Und den ersten Elektrozaun hat sie ja jetzt auch schon kennen- und einordnen gelernt. Sobald wir sehen, dass sie nicht versuchen wird, über den Zaun zu springen, wollen wir ihren Paddock mit den übrigen Steckfixhorden noch vergrößern.
Ich glaube, mit ihr haben wir mal wieder ein ganz besonderes  und ein außergewöhnlich intelligentes Tier gerettet.

Wie immer waren die Verhandlungen mit dem Landwirt und die vielen Versuche, über seine Haltungsbedingungen zu sprechen, unsere Angebote, ihm und seinen Tieren zu helfen, dünnes Eis und sehr schwierig. Deshalb haben wir auch vorher nichts von dieser Rettungsaktion bekannt gegeben und keine Spendenaufrufe gemacht. Jetzt wären wir aber wirklich froh und dankbar, wenn wir für ihre Rettung Unterstützung bekommen würden. Für die Steckfixhorden haben wir 528,00 Euro ausgegeben, der Kaufpreis betrug 250,00 Euro und vom Tierarzt haben wir natürlich noch keine Rechnung.

Wenn ihr uns und Layla unterstützen möchtet, könnt ihr einfach etwas Geld überweisen an die

Initiative Lebenstiere e.V.   ´(gemeinnützig anerkannt)

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BIC: HELADEF1822                              
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PayPal: lebenstiere@outlook.de
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